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Die ehemalige St. Anna Kurklinik in Bad Griesbach

Lost Place - ein „verlassener Ort“

Hier in Bad Peterstal-Griesbach ist die ehemalige Kurklinik St. Anna inzwischen auch ein „verlorener Ort“. Verloren, verirrt, untergegangen, aussichtslos, ausgestorben, jede Übersetzung des Begriffes „lost“ aus dem Englischen trifft auf diese frühere Kurklinik, Mineraltherme und ehemaliges SPA-Hotel mittlerweile zu.

Nur sein Besitzer hält noch die Fahnen hoch, das Haus werde in Kürze wieder öffnen, so seine Aussage im September 2024. Der hatte die Gebäude 2009 aus einer Insolvenz heraus gekauft und seither berichten die Medien. Doch das (meist unvorteilhafte) Presseecho ist längst genauso eingeschlafen, wie anscheinend die Absichten des Eigentümers, nicht nur an diesem Ort aus einem abgewirtschafteten Kurbetrieb wieder einen funktionierenden Wirtschaftsbetrieb zu entwickeln. Außer den wahrscheinlich einst hohen Investitionen für den Kauf der Immobilie scheint inzwischen kein Geld mehr bereit zu stehen. 2014 wurde dennoch ein Teil des seit den 1970er Jahren als Kurklinik (ab)genutzten Gebäudes nahezu „unverändert“ als Hotel eröffnet, die Bewertungen, die sich im Internet recherchieren lassen, lesen sich größtenteils vernichtend. Wer nächtigt gerne in einem Hotel, wo Zimmer und Bäder traditionell eher den Standards einer Krankenkasse entsprechen.

Nach einem Wasserschaden in 2017 wird während der Schönwetterperioden mit Lüften versucht, einen Schimmelbefall der Wände zu verhindern. Auch im Sommer 2024 bleibt es anscheinend beim Lüften, die meisten Fenster zu den Zimmern stehen weit offen. Die längst angekündigte Investition in eine neue Heizungsanlage, um das leer stehende Haus wenigstens trocken zu halten, scheitert bisher wohl an den finanziellen Möglichkeiten. In den Medien wird der Eigentümer zitiert, er hätte die Kosten an die Gemeinde für das Wasser, dass durch einen Rohrbruch „verbraucht“ wurde, lieber in die Sanierung investiert. Natürlich ist ein solcher Schaden immer ein Rückschlag, doch angesichts der schieren Größe der augenscheinlich erforderlichen Investitionen in die gesamte Anlage wären die verlorenen Kosten für die Wasserabrechnung bei anderer Nutzung allenfalls ein sprichwörtlicher „Tropfen auf den heißen Stein“ gewesen.

St. Anna ist Teil dieser Schwarzwald-Tristesse, in der große Kurkliniken mit riesigem Investitionsstau aufgegeben werden, vielleicht noch eine Anschlussverwendung als Seniorenheim finden oder als Flüchtlingsunterkunft vollends abgewirtschaftet werden. Oder einfach trostlos in der Gegend stehen, weil man damit schlicht sonst nichts mehr anfangen kann. Nicht selten gehören solche vor sich hin rottenden Immobilien ausländischen Investoren, die scheinbar ihr Interesse ebenfalls verloren haben.

Auch hier in Bad Peterstal erkennt man noch - wie vielerorts im Schwarzwald - die „Größe und Blüte“ vergangener Zeiten, als die Krankenkassen die Deutschen noch massenhaft zur Kur auf Rezept verschickten. Doch die Gäste aus den Sozialsystemen kommen schon lange nicht mehr und der Schwarzwald-Tourismus findet darauf noch immer keine Antwort.



Postkartenansichten 1961 / 1970


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