Hasselblad 500 C/M – klassisches Mittelformat in seiner schönsten Form

Heute haben wir wieder drei sehr schöne Hasselblad 500 C/M aus der Werkstatt zurückerhalten. Die Hasselblad aus den 1970/80er Jahren erfahren bei uns eine aufwändige Überholung.

Basis jeglicher Reparatur und Restauration ist immer eine sehr gut erhaltende Kamera in herausragendem optischen Zustand, mit tadellosem Chrom oder makellosem Schwarz, sowie vollständiger und einwandfreier Belederung und sauberen, kratzerfreien Gläsern bei den Objektiven.


Hasselblad Kaufberatung

Altersbedingt sind die meisten Hasselblad Kameras dieser Art, die inzwischen bis zu 50 Jahre alt sind, mit technischen Auffälligkeiten und Defekten. Verharzte Öle machen den Filmtransport und Aufzug schwergängig. Der Spiegelschlag bleibt „hängen“. Filmmagazine diesen Alters zeigen meist ebenfalls verhärtete Öle und Schmierfette, außerdem sind die Lichtdichtungen in aller Regel zu ersetzen. Bei den Objektiven sind altersgerecht die Verschlussabläufe nicht mehr bzw. nicht mehr vollständig und gleichmäßig gegeben, bemerkbar wird dies meist „nur“ bei den langen Verschlusszeiten.

Viele Kunden von klassische-kameras.de steigen neu in die Mittelformat-Fotografie ein. Der erste Schritt ist meist das Ersteigern einer Kamera über ebay im Internet oder der Online-Kauf bei einem Händler, der ohne jede Revision einen tadellosen Zustand und die volle Funktion verspricht. Aus unserer Erfahrung ist das unverständlich, denn 80% aller durch uns angekauften Hasselblad-Kameraausrüstungen zeigen zumindest einen der oben beschriebenen Defekte.
Natürlich wird kaum jemand die Belichtungszeit von 1s benötigen, doch stimmen die Verschlusszeiten nicht bei den langen Zeiten, so laufen auch die kurzen Verschlusszeiten nicht innerhalb der Toleranzen.

Viele Kunden kaufen nach einer ersten unbefriedigenden Erfahrung dann eine werkstattüberholte Kamera bei uns.
Hier kann man davon ausgehen, dass diese optisch sehr schön erhaltenen Kameras wieder in einen technisch einwandfreien Zustand versetzt wurden und für viele Jahre, vielleicht Jahrzehnte gute Dienste und Ergebnisse liefern.

Ob Sie nun einen Oldtimer für die Straße oder für die Fotografie erwerben, die einwandfreie Funktion und „Fahrbereitschaft“ muss sichergestellt werden, um nicht unterwegs „liegen zu bleiben“. Ohne den (regelmäßigen) Werkstattbesuch wird dies weder bei klassischen Kameras noch bei klassischen Fahrzeugen sicher zu stellen sein.

Deshalb gehen unsere wertvollen Kameras bei Auffälligkeiten und Defekten immer zunächst den Weg über die Werkstatt, bevor sie in den Verkauf kommen. Das gibt Ihnen und auch uns die Sicherheit, eine hochwertige Kamera zu erhalten.

Zeitleiste und Übersicht der Hasselblad Modelle

Bei der Suche nach einer klassischen vollmechanischen Hasselblad Kamera werden Sie hauptsächlich den folgenden Modellen begegnen:

1957–1970: Hasselblad 500 C

Was man wissen muss: Die altersentsprechende Standard-Suchermattscheibe mit aufgedrucktem Fadenkreuz ist bei dieser Kamera fest montiert. Dadurch kann nachträglich nicht „ohne Weiteres“ auf die später erhältlichen deutlich helleren „Acute Matte“-Mattscheiben nachrüsten, die es zudem in verschiedenen Ausführungen gibt, z.B. mit Schnittbildindikator.

Kameras dieser Zeit sind mittlerweile recht alt und ohne technische Überholung kaum mehr einsatzfähig. Das gilt auch für die Hasselblad Zeiss-C-Objektive aus dieser Zeit zwischen 1957 und 1974. Der mechanische Synchro-Compur-Verschluss dieser Objektive ist heute meist verharzt, die Verschlusszeiten dadurch zumeist ungenau, lange Verschlusszeiten oft nicht mehr gangbar. Das Hasselblad-Magazin ist in einer frühen Ausführung oft noch kein „automatisches“ A12-Modell (mit automatischer Erkennung des Filmanfangs), was das Filmeinlegen erschwert. Die Lichtdichtungen des Magazins müssen in der Regel erneuert werden.

Bei einem Gebrauchtkauf kann man – insbesondere auch bei den alten Objektiven bis 1974 – durchaus ein Schnäppchen machen, muss aber von einem hohen Reparaturaufwand ausgehen.

Hasselblad 500 C/M ca. 1976

1970–1994: Hasselblad 500C/M

Bei den Hasselblad C/M-Modellen kann die Suchermattscheibe einfach und schnell gewechselt werden. So kann ein „Upgrade“ auf eine deutlich hellere „spätere“ Acute Matte-Mattscheibe erfolgen.
Ab ca. 1974/75 werden C-Objektive mit Zeiss T* Mehrschichtvergütung angeboten, um bei Gegenlicht oder Seitenlicht eine kontrastreichere Abbildung zu erreichen. Das T* ist fortan in rot auf die Objektive aufgedruckt. Ansonsten ändert sich zunächst in der Konstruktion der 6-linsigen Objektive nichts.

Bei den späteren CF-Objektiven wird das Objektivgehäuse neu gestaltet und die CF-Objektive erhalten eine veränderte Konstruktion mit nun 7 Linsen, die seither unverändert auch in den späteren CFi und CFE Objektiven eingesetzt werden. Ein neu entwickelter Verschluss von Zeiss Prontor wird verbaut. CF Objektive können auch an den Hasselblad Kameras mit Schlitzverschluss (200-/2000-Serie) verwendet werden.

1994–1997: Hasselblad 501 C

Diese Kamera wurde nur in schwarz und als Set mit 80er C-Planar ausgeliefert. Verwendung findet die Acute-Matte-D-Mattscheibe mit noch hellerem Sucherbild als herkömmliche Acute Matte. Hier wird wieder ein C-Objektiv ausgeliefert, das optisch aber auf den CF-Objektiven basiert und so nicht mit den o.g. „alten“ C-Optiken verwechselt werden darf. Bauartbedingt wird hier allerdings auf die Möglichkeit der Nutzung an den Schlitzverschluss-Kameras (200-/2000-Serie) verzichtet.

Hasselblad 501 CM – Kit mit Zeiss CFE 80mm 2.8 – aus 2004

1997–2005: Hasselblad 501 CM

„Gliding Mirror System“ – Ein größerer Schwingspiegel vermeidet die Vignettierung des Sucherbilds bei Brennweiten > 150 mm. Seinerzeit erhältlich als Set oder als Gehäuse in chrom oder schwarz. Mit diesen Kameras wurde zwischen 1997 und 2001 ein CB-Planar 80mm im Set geliefert. Als „vereinfachtes“ CF-Objektiv erhält es eine andere optische Rechnung mit 6 Linsen, verglichen mit den 7 Linsen bei CF/CFE/CFi-Objektiven). Auch die CB-Optiken haben keine F-Einstellung für den Anschluss an Schlitzverschluss-Kameras.

1988 – 2013: 503 CX/CW mit TTL-Blitzmessung

1988 kam die Hasselblad 503 CX auf den Markt, die technisch auf der 500 C/M beruht und eine TTL-Blitzbelichtungsmessung ermöglicht.
Die Nachfolgerin 503 CW wurde als einziges Modell der V-Serie noch bis 2013 gebaut. Mit der Einstellung der Produktion dieses Modells beendete das Unternehmen die Entwicklung der V-Serie.

Fazit und Kaufempfehlung:

Wer in eine schöne „ausbaufähige“ Hasselblad Ausrüstung für den (Neu-)Start in die analoge Fotografie investieren will, sollte in der „klassischen Variante“ bei Gefallen eine frühe Hasselblad 500 C/M wählen mit einem altersentsprechenden Zeiss Planar 80mm 2.8 C-Objektiv mit T* Mehrschichtgütung – nach dem Baujahr später als 1974 aus oben genannten Gründen. Ein Vorteil dieses Objektives ist vom Erscheinungsbild sein „klassischer Charakter“ bei geringer Größe – im Vergleich zu den späteren Ausführungen. Empfehlenswert ist (später) die Ergänzung um eine Acute Matte-Suchermattscheibe und ein weiteres Magazin.

Oder man wählt eine spätere „modernere“ Version mit entsprechend neuerem Zeiss CF-Objektiv, je später das Baujahr, desto eher können Sie von einer einigermaßen funktionsfähigen Kamerakombination ausgehen.

In jedem Fall empfehlen wir eine werkstattüberprüfte und ggf. -überholte und reparierte Kombination, um die hohe Qualität einer Hasselblad-Kameraausrüstung und der Zeiss-Objektive auch in den Bildergebnissen erfahren zu können.

Wir beraten Sie gerne.

Seriennummern und Herstellungsjahr

Wie die meisten Kamerahersteller kennzeichnet auch Hasselblad Kameras und viele Zubehörteile mit einer eindeutigen Seriennummer. Aus der Seriennummer für Hasselblad-Gehäuse und -Magazine wird das jeweilige Herstellungsjahr aus einem Buchstaben-Code ersichtlich. Das Herstellungsjahr ergibt sich durch einfache Ersetzung des Buchstabens durch die ihm zugewiesene Zahl:

Herstellercode
V H P I C T U R E S
1  2  3 4 5 6 7 8 9 0

Eine Seriennummer UC12345 lässt auf das Herstellungsjahr 1975 schließen.

Seriennummern bei Hasselblad-Magazinen: Die drei Ziffern im Magazineinsatz müssen mit den letzten drei Ziffern der Seriennummer des Magazins übereinstimmen. Magazin und Einsatz sind werksseitig aufeinander justiert. Beim Magazinkauf wird „Nummerngleichheit“ empfohlen.

Die Objektive von Carl Zeiss haben eigene Seriennummern, die diesem Schema nicht entsprechen. Das Alter der Zeiss-Objektive ermitteln Sie auf dieser Seite http://www.hasselbladhistorical.eu