Leica M3 mit Leicameter MR

In den letzten Wochen habe ich verschiedene Leica-Sammlungen erworben mit Kameras und außergewöhnlichen Leitz Objektiven, meist in einem Traumzustand.

Nach und nach kommen diese Leicas aus der Revision zurück und stehen jetzt werkstattüberholt hier im Laden hinter Glas und verströmen die zeitlose Eleganz einstiger Ingenieurskunst. Manchmal hole ich eine der Kameras hervor, löse aus und horche auf das leise Geräusch des ablaufenden Tuchverschlusses. Aber ich kaufe keine Kameras an um diese zu sammeln, nein, ich will sie weiter verkaufen und mich zuvor noch eine kleine schöne Weile selbst an ihnen erfreuen. Privat fotografiere ich mit einer neuen digitalen Messucherkamera, der hervorragenden Fuji X-Pro 2 und liebe damit das „entschleunigte Fotografieren“.

Leica M3 mit Leicameter

Sicher ist es kein Zufall, dass all die Erben der klassischen Leica M-Kameras, die Leica M9 , die Leica M240 oder auch die aktuellen Messucherkameras anderer Hersteller wie die Fuji X100, Fuji X70, X-Pro aussehen „wie aus der Zeit gefallen“ und optisch an ihre analogen Vorfahren erinnern. Es ist diese zeitlose Schönheit einer Kamera wie der Leica M3, die bis heute das Kameradesign moderner Modelle auffallend bestimmt.

Mit einer Leica M3 aus 1962 begebe ich mich also zumindest technisch auf Zeitreise. Es beginnt mit der Auswahl des richtigen Films, der Entwicklung und der Herstellung der Papierabzüge. Ein rechter „Workflow“ stellt sich in der analogen Fotografie allerdings nicht ein, alles braucht Gänge und Zeit. Der Weg zum Fotohändler, der überhaupt noch eine nennenswerte Filmauswahl vorhält, dem Fachlabor in der nächsten Großstadt, das die Filme entwickelt und ausdruckt (wenn man dies nicht selber macht).

Eine Digitalisierung der Negative macht die Bilder am Ende doch besser verfügbar. Nur digital erfasste Aufnahmen können z.B. in Lightroom nachbearbeitet oder im Internet veröffentlicht werden. Um hier die Qualität des Filmmaterials überhaupt adäquat digital zu erfassen, sind die üblichen Scanner wie der Canon 9000F mit seinen effektiven 1700dpi – Auflösung allenfalls Mittelmaß. Und die Scans im Fachlabor sind teuer.

Dennoch wird analoger Film weiterhin einen Stellenwert haben und es wird immer Leute geben, die diese Nische „Analogfotografie“ besetzen. Der Markt an guten, gebrauchten und funktionsfähigen klassischen Kameras ist vorhanden und es gibt noch immer Menschen, die diese Klassiker auch reparieren können.

Einen 1962er Mercedes fährt man auch nicht im Alltag, sondern an schönen Sonntagen. Und so wie einen Markt für Oldtimer wird es auch weiter einen Markt für hochwertige klassische Kameras geben.